ErzählCafé

Die Veranstaltungen des KREATIVHAUS ErzählCafés.

ErzählCafé im Mai 2010 mit Marguerite Kollo

Maguerite Kollo: Als Enkelin von Walter Kollo und Tochter von Willi Kollo ist sie Teil einer Berliner Musiker-Dynastie. Foto:privatAuch wenn der Mai dieses Jahr noch nicht wirklich angekommen war, kam Marguerite Kollo zuverlässig und wie versprochen am 15.05.10 ins KREATIVHAUS. Diesmal gab es ein etwas anderes ErzählCafé, nämlich eine literarisch-musikalische Präsentation der Erinnerungen, der Biografie der Familie Kollo. Ihre eigene Vorstellung fiel dagegen etwas zu bescheiden aus.

Ein absolviertes Gesangs, sowie eineTanz- und eine Schauspielausbildung gingen ihren inzwischen über 40 Jahren Berufserfahrung im Bereich Musiktheater voraus. Auch als langjährige Managerin für ihren Bruder René, war sie in der Organisation und Koordination von Opernengagements tätig. Ob Agentur, Kollo-Verlage oder "Europäische Stiftung zur Pflege und Erneuerung der Operette", immer lag und liegt ihr die Welt der Operette am Herzen. Aber am meisten hat sich Marguerite Kollo ganz der Pflege des künstlerischen Nachlasses von Walter und Willi Kollo, also von Großvater und Vater verschrieben.

"Willi Kollo : Als ich jung war in Berlin" ist nicht nur eine Zeitreise mit prickelndem Geschichtsstundencharakter, sondern auch mit den historischen Musikaufnahmen auf der Buch-CD höchster Lese- und Hörgenuss. Unter vielen anderen sind zu Musik und Text Willi Kollos Marlene Dietrich mit "Das ist Berlin wie´s weint und lacht" und Claire Waldoff mit "Das war sein Milljöh"zu hören. Nach dem letzten Lied "Als der Kremser noch fuhr" dankte das ErzählCafé-Publikum mit großem Beifall.
 

ErzählCafé im April 2010 mit Dr. Irene Runge

Dr. Irene RungeTrotz Vulkanasche und Flugverbot über Europa, schafft es Dr. Irene Runge an diesem Wochenende gerade noch so rechtzeitig zum April-ErzählCafé im KREATIVHAUS aus New York einzufliegen.

Immer wieder besucht sie ihren Geburtsort. Sogleich erzählt und schwärmt sie von der Atmosphäre der vierziger Jahre,von Manhattan und vom Times Square, wo ihr Vater in jenen Jahren einen kleinen Buchladen führte.

1949 kehrt die Familie im gleichzeitigen Gründungsjahr der DDR in selbige aus Amerika zurück. Sie geht zur Schule, fängt schon früh an zu arbeiten, studiert nebenbei, promoviert und lehrt danach Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

1986 gründet sie mit Freunden und Bekannten die Gruppe  "Wir für uns" - um das Ob und Wie jüdischer Identitäten in der DDR.

Aus dieser kleinen Gruppe entsteht Anfang 1990 der Jüdische Kulturverein Berlin.
Wie die Aufgaben dieses Kulturvereins, deren Vorsitzende sie war, nach der Migration von Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und deren kulturelle und soziale Integration in Deutschland und hier in Berlin wuchsen und zunahmen, dreht sich ihr Erzählen.

Dr. Irene Runge zieht persönliche Bilanz der letzten 20 Jahre. Der Verein ist nun Geschichte. Ein Jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde.
Doch ihr Eintreten gegen Chauvinismus und Antisemitismus geht weiter.

ErzählCafé mit Wolfgang Günzel, März 2010

Im März-ErzählCafé berichtete der Kaulsdorfer Medailleur und Bronzegießer Wolfgang Günzel redegewandt und anschaulich von seinen verschiedenen Lebens- und Schaffensetappen. Anschaulich auch in dem Sinn, da er eine Auswahl seiner in verschiedenen Berliner Zeitungen jahrelang täglich erschienenen Karikaturen in seiner Eigenschaft als Pressezeichner dem ErzählCafé-Publikum präsentierte.

Sein Schwerpunkt der Schilderungen war dann jedoch, Erinnerungen aus dem Leben des Metallbildhauers und Bronzegießers Hans Füssel zu wecken und Geschichten aus der Zusammenarbeit mit ihm zu erzählen. Arbeit an Gedenktafeln,
Reliefs und verschiedenste Restaurierungsarbeiten an Denkmälern in Berlin nach 1945. Wie z.B. die Restaurierung der Heiligen Gertraud auf der Gertraudenbrücke.
Für alle an Berlin-Geschichte Interessierten bestens nachzulesen in dem von ihm im Eigenverlag vorgelegten und sehr empfehlenswerten, gut lesbaren Buch:
Berliner Bronzen Brücken Bauten.

ErzählCafé mit Rose Brotherton, Februar 2010

Am 20.02.2010 war Rose Brotherton zu Gast im ErzählCafé und tanzte sich in die Herzen aller Anwesenden hinein.
- Step by Step.-
Schon als junge Tänzerin im Pacific Ballet San Francisco und als Solotänzerin im Santa Barbara Ballet Theatre California, lebte sie auch eine kurze Zeit in New York, bevor sie als Solo- und Gruppentänzerin nach Deutschland und nach Berlin kam, um am Theater des Westens und der Freien Volksbühne Berlin zu Zeiten eines Peter Zadeks und Hans Kresniks zu arbeiten.

Von allen Stationen in ihrem Leben erzählte sie unterhaltsam und anekdotenreich und von einem ihrer Lieblingsstücke, in dem sie als Tänzerin und Schauspielerin mitwirkte, der berühmten "Linie 1". Und wie gesagt, sie tanzte den Stepptanz in intensiver Verbindung von Bewegung und Musik. Sie tanzte die Schuhe mit dem Ballen, der Ferse oder beide gleichzeitig auf den Boden gesetzt.

Sie begeisterte mit ihrer kurzen Ein- und Vorführung bis zur Nachahmung und gewann so neue Fans für den Stepptanz.

ErzählCafé mit Maryam Stibenz, Januar 2010

Jung, frisch, dynamisch ...

...  und gerade ein Jahr im Amt als Migrationsbeauftragte in Berlin-Mitte besuchte Maryam Stibenz das Januar-ErzählCafé.

Als hier aufgewachsen und quasi "2. Einwanderungsgeneration" brachte sie ihre Definition und Vorstellung von "Integration", nämlich weniger romantisch, dafür mehr ergebnisorientiert, einschließlich der Anforderungen an die Menschen mit Migrationshintergrund wie auch die Anforderungen an die Aufnahmegesellschaft dem aufmerksamen Publikum verständlich nahe.

Als Querschnittsaufgabe verstanden, von der Verwaltung als Ganzes anzugehen, erzählte Maryam Stibenz von konkreten ersten Schritten. Und von ihrem "Katalog" mit allen Integrationsprojekten in Mitte, den sie gleich zu Beginn ihrer Arbeit erstellte, um jetzt besser Schwerpunktthemen anzugehen. Verbesserungen für die gesamte Wohnbevölkerung in ihrer Vielfalt ist ihr Ziel. Auch auf Fragen aus dem Publikum, welche Rolle Moscheen und Migrantenvereine spielen, ging sie näher ein.

So passt es gut zusammen, wenn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit
2010 zum Jahr der Integration und sie zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen will, und Berlin, das einen MigrantInnenanteil von rund 25 Prozent hat, bundesweit das erste Integrationsgesetz bekommen soll.

Das ErzählCafé macht mit und wünscht allen Vorhaben gutes Gelingen!

EzählCafé mit Zeitzeugen aus dem Projekt MauerSegler 09

"Wenn man nichts behält, war alles umsonst."

Im Dezember-ErzählCafé und zum Abschluss des Jahres 2009 war das intergenerative KREATIVHAUS-Projekt "Mauersegler 09" geladen und zu Gast.
Anlässlich des 20. Jahrestages des Berliner Mauerfalls von Krisztina Csörgei und Team konzipiert und durchgeführt, gab es während des gesamten Jubiläumsjahres immer wieder Begegnungen und Projekttage mit einzelnen Schulklassen und verschiedenen ZeitzeugInnen, von denen folgende im ErzählCafé anwesend waren:
Wolfgang Fritz, Eva-Marie Niemann, Bogdan Przezdziak, Bodo Quart,
Mario Röllig, Herbert Scherer und Holger Zeidler.

ErzählCafé mit Peter Bosse, November 2009

Peter Bosse besuchte das ErzählCafé im November 2009. Das Bild wurde dem KREATIVHAUS von Herrn Bosse zur Verfügung gestellt.

Peter Bosse kam und viele andere auch !

Im November ErzählCafé wurde es eng und immer noch mußte ein Stuhl nach- und reingeschoben werden, um Gästen und Nachzüglern Platz zu bieten. Kein Wunder, hatte doch der mit Ehefrau kommende und glänzend aufgelegte Gast einen in der DDR bekannten Namen und ein bekanntes Gesicht. Besonders auch beim älteren Publikum.

Denn Peter Bosse konnte über eine Zeitspanne von über einem drei viertel Jahrhundert Bühnen- und Schauspiel-Erfahrung von seiner Kindheit an Auskunft und Rückblick geben. Und auch als Radiomacher, Moderator und Journalist hatte er viel aus seinem Leben zu erzählen.

So wurde der Erzählnachmittag recht kurzweilig und ging bis in den Abend über. Zum Schluss wurde er gebührend, und so kann man es ja auch sehen,ein wenig für sein Lebenswerk gefeiert. Und gern gab er auch noch mal Autogramme. Nur einen neuen Radiosender wird er wohl nicht mehr gründen wollen, da für ändern sich die Zeiten inzwischen doch zu schnell.

ErzählCafé mit Norbert Witte, Oktober 2009

Norbert Witte, ehemaliger Betreiber des Spreeparks im ErzählCafé. Foto: KREATIVHAUS-Archiv, Eike SpielvogelUnd zum Schluss schüttelten sie sich die Hände!

Das mit Spannung erwartete Oktober-ErzählCafé mit Norbert Witte brachte auch das Bürgerkomitee Plänterwald in Vertretung der Herren Klaus Mannewitz und Dr. Manfred Mocker auf den Plan und aufs Podium.

Zu Beginn des Gesprächs erinnerte der Moderator an historische Verbindungen von Alt-Cöln und der Fischerinsel zum Plänterwald und ehemaligen dort gelegenen Spreegrundstücken, auf denen erste "Stadtgärten" zwecks Erholung und Selbstversorgung angelegt waren.
Dann bekam Norbert Witte als letzter Spreepark-Betreiber ausreichend Zeit, aus seinem inzwischen auch filmisch dokumentierten abenteuerlichen Leben zu erzählen.

40 Jahre Wohnen im Plattenbau - ErzählCafé am 3. Juli 2009

Das ErzählCafé als Highlight am "Tag der offenen Tür"  im KREATIVHAUS war gleichzeitig eine Jubiläumsfeier für die Bewohner der Fischerinsel 2.
Es galt 40 Jahre Wohnen im ersten 21-geschossigen Wohnhochhaus (WH) in Großtafelbauweise (GT) und damit im Experimentalbau und Prototyp für alle weiteren Punkt- und Wohnhochhäuser in der DDR zu feiern.

Unter dem Titel "Erinnerungsbilder" wurde von der KREATIVHAUS-Mitarbeiterin Monika Müller eine ausführliche und umfänglich dokumentierte Fotoausstellung präsentiert.
Mit auf dem Podium saßen auch die Mit- und Erstbewohner Leo Hesse und Gerhard Knauthe, welche über die Hausgemeinschaftsaktivitäten und Umfeldveränderungen im Laufe der Jahrzehnte erzählten.

ErzählCafé mit Martina Rosenthal-Schöne und Joachim Schöne, Mai 2009

Mit den Vierspänner aus Rixdorf über die Inselbrücke zum KREATIVHAUS

Bei prächtigem "Kaiserwetter" mit Sonnenschein und blauen Himmel, hörte man das Pferdegetrappel schon von weitem. Fam. Schöne in vierter und fünfter Generation war mit Ihrem Vierspänner durch die Inselstraße in Richtung Fischerinsel im Anrollen.
Die historischen Uniformen auf dem Kutschenbock rundeten das zünftige Bild erhaben ab, und ließ die Herzen der Kutschenfreunde höher schlagen.

ErzählCafé mit Margret Rasfeld, April 2009

"Ich habe keine schlechten Schüler!"

Mit dieser kurzen Antwort löste Margret Rasfeld im Publikum des ErzählCafés am 18.04.09 im KREATIVHAUS einen "Lacher" aus, führte aber gleichzeitig mit dieser Antwort auf die Frage, warum in der Regel die Schulen nicht die Verantwortung für schlechte Schülerleistungen übernehmen, ins Zentrum Ihrer Pädagogik einer neuen Lehr- und Lernkultur. 

In diesem Zentrum steht der einzelne Schüler und die einzelne Schülerin mit ihren jeweiligen individuellen Fähigkeiten und ihrem "so sein" wie sie sind, und das es erst einmal zu stärken gilt.

ErzählCafé mit Barbara John, März 2009

Zum Frühlingsanfang am 21. März war Barbara John nun Gast im ErzählCafé

Nach dem Frau John im Februar absagen musste, sprang sie spontan für Margret Rasfeld ein, die aus terminlichen Gründen am 21. März verhindert war.
Die inzwischen 71-jährige  KREATIVHAUS-Patin erzählte aus der Zeit, in der sie von 1981 bis 2003 erste und später landesweit dienstälteste "Ausländerbeauftragte" des Berliner Senats war.
Alles begann mit einem Telefonanruf des damaligen Regierenden Bürgermeisters Richard von Weizsäcker.

ErzählCafé mit Ulrike Erhard

Der Zufall ist auf der Welt, um im richtigen Moment zur Stelle zu sein!

Und so war es auch im Februar-ErzählCafé am 14.02.09 im KREATIVHAUS.
Statt der kurzfristig wegen Krankheit abgesagten Teilnahme von Barbara John, konnte im letzten Moment Ulrike Erhard gewonnen werden, Lehrerin der Rixdorfer Grundschule in Berlin-Neukölln und Trainerin des TanzTheaterProjektes "Be nice to the People".

Klaus Farin, Januar 2009, ErzählCafé

Klaus Farin, als wandelndes "Archiv der Jugendkulturen", kam und erzählte erstmal aus seiner eigenen Jugend der sechziger Jahre im Ruhrgebiet.
Da war die Welt durchaus noch übersichtlich.
Zumindest für die Jungs gab es den Lieblingfußballverein, die Disko und die erste "wilde Musik".

Doch bereits als Schüler begann er alles über "die Jugend" zu sammeln, was beachtenswert schien.
Bis hin zum Auswerten und Präsentieren in Büchern und Ausstellungen.
Bis heute.
Und nach einem Exkurs in die Geschichte der Jugend (die ja schon seit Sokrates vor über 2000 Jahren immer als schwierig galt), kam Klaus Farin dann zu den Feinunterscheidungen: zu den diversen Subkulturen, Künstlichen Stämmen, Kern-, Rand-, Freizeitszenen.
Und wer alles nur ein temporärer Sympathisant ist…

ErzählCafé mit Wieland Förster, Mai 2008

Obwohl der Wechsel der ErzählCafé-Moderatoren im März offenbar reibungslos verlaufen war, holte Ulrich Krüger die Terminplanung seines Vorgängers Axel Klappoth im Mai ein:
Plötzlich gab es zwei Gäste für den Termin am 17. Mai. Albrecht Henkys, von Uli Krüger eingeladen, und Wieland Förster, vor langer Zeit von Axel Klappoth eingeladen. Da man keinem der beiden Gäste absagen wollte, wurde das ErzählCafé geteilt. Albrecht Henkys bestritt die ersten 45 Minuten bis zur Pause und Wieland Förster übernahm den zweiten Teil.
Die dreiviertel Stunde, die Wieland Förster aus seinem Leben berichtete, schien viel zu schnell zu vergehen. Kurz streifte seine Jugend und die Inhaftierung in Bautzen und sein Studium. Eindrücklich erzählte er von seine Auslandsaufenthalten, insbesondere über die Reise nach Tunesien und das Erleben der Natur in der Wüste. Impressionen, die sein künstlerisches Schaffen stark beeinflusst haben. Von 1968 bis 1972 hatte Förster  Ausstellungsverbot, seine Arbeit als Künstler wurde von den staatlichen Stellen der DDR behindert.

Durch Vermittlung von Konrad Wolf wurde Wieland Förster in die Berliner Akademie der Künstler (Ost) aufgenommen und konnte seine erste große Werkausstellung veranstalten. Im Verlauf seiner Erzählungen äußerte sich Förster auch kritisch über die Kunstverkäufe des Bereichs Kommerzielle Koordinierung von Schalk-Golodkowski. Bis 1990 wurde Förster Viezepräsident der Akademie der Künste und war zuständig für die Ausbildung von Meisterschülern. Nach der Wende trat er aus der Deutschen Akademie der Künste aus. 1996 wurde er Mitbegründer der Sächsischen Akademie der Künste. Wieland Förster ist Bildhauer, Grafiker und Maler, seit den siebziger Jahren ist er auch literarisch tätig.
Im Jahr 2000 erhält Wieland Förster als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler das Bundesverdienstkreuz.
Seine Skulpturen stehen u.a. in Berlin, Dresden und Frankfurt/O.
Sein Besuch am 17. Mai 2008 gehörte mit Sicherheit zu den Höhepunkten des ErzählCafés.

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