ErzählCafé

Die Veranstaltungen des KREATIVHAUS ErzählCafés.

ErzählCafé mit Wieland Förster, Mai 2008

Obwohl der Wechsel der ErzählCafé-Moderatoren im März offenbar reibungslos verlaufen war, holte Ulrich Krüger die Terminplanung seines Vorgängers Axel Klappoth im Mai ein:
Plötzlich gab es zwei Gäste für den Termin am 17. Mai. Albrecht Henkys, von Uli Krüger eingeladen, und Wieland Förster, vor langer Zeit von Axel Klappoth eingeladen. Da man keinem der beiden Gäste absagen wollte, wurde das ErzählCafé geteilt. Albrecht Henkys bestritt die ersten 45 Minuten bis zur Pause und Wieland Förster übernahm den zweiten Teil.
Die dreiviertel Stunde, die Wieland Förster aus seinem Leben berichtete, schien viel zu schnell zu vergehen. Kurz streifte seine Jugend und die Inhaftierung in Bautzen und sein Studium. Eindrücklich erzählte er von seine Auslandsaufenthalten, insbesondere über die Reise nach Tunesien und das Erleben der Natur in der Wüste. Impressionen, die sein künstlerisches Schaffen stark beeinflusst haben. Von 1968 bis 1972 hatte Förster  Ausstellungsverbot, seine Arbeit als Künstler wurde von den staatlichen Stellen der DDR behindert.

Durch Vermittlung von Konrad Wolf wurde Wieland Förster in die Berliner Akademie der Künstler (Ost) aufgenommen und konnte seine erste große Werkausstellung veranstalten. Im Verlauf seiner Erzählungen äußerte sich Förster auch kritisch über die Kunstverkäufe des Bereichs Kommerzielle Koordinierung von Schalk-Golodkowski. Bis 1990 wurde Förster Viezepräsident der Akademie der Künste und war zuständig für die Ausbildung von Meisterschülern. Nach der Wende trat er aus der Deutschen Akademie der Künste aus. 1996 wurde er Mitbegründer der Sächsischen Akademie der Künste. Wieland Förster ist Bildhauer, Grafiker und Maler, seit den siebziger Jahren ist er auch literarisch tätig.
Im Jahr 2000 erhält Wieland Förster als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler das Bundesverdienstkreuz.
Seine Skulpturen stehen u.a. in Berlin, Dresden und Frankfurt/O.
Sein Besuch am 17. Mai 2008 gehörte mit Sicherheit zu den Höhepunkten des ErzählCafés.

Rückblick: ErzählCafé am Nikolaustag 2008

Ein Bär, ein Wort: Käpt´n Blaubär kam, sah .... und bestellte sich erstmal ein Bier.
Mit unverwechselbarer Stimme ein fröhliches "Mahlzeit, Mahlzeit" in die erwartungsfrohe Runde werfend, strebte er zielstrebig das Erzählpodium an, um sich dann genüsslich den ersten Schluck zu genehmigen.
Aber dann wurde es doch die erste dreiviertel Stunde ruhig und knisternd still, als er mit bewegten, knappen Worten aus seiner nicht immer leichten Kindheit und Jugend in Danzig-Langfuhr, Kriegs- und Nachkriegszeit und seinem langen und anfänglich oft auch frustrierenden Anlauf zu ersten Theater- und Filmrollen erzählte.

ErzählCafé November 2008

Bernd Heller: ein Leben vom Kabarettistischen Zauberer und „Hellseher“ zum Psychologen, Therapeuten und Experten in Sachen Okkultismus und Parapsychologie und der modernen Verführbarkeit der Menschen, besonders auch in wirtschaftlich und sozial schwierigen Zeiten.

Bernd Heller wuchs als „proletarisches Kind“ im Nachkriegs-Deutschland in Berlin-Mitte auf, und wurde schon recht früh als „Wunderkind“ in Sachen Zauberei und Gedankenlesen gehandelt.

ErzählCafé Oktober 2008

Sabine Werth weiß, wie übriggebliebene Lebensmittel aus Supermärkten und Restaurants ihren Weg zu bedürftigen Menschen finden.

1993 wollte Frau Werth zusammen mit anderen Berliner Frauen etwas für obdachlose Menschen tun.
Daraus ist die inzwischen zahlenmäßig größte soziale Bewegung in Deutschland geworden, die in diesem Jahr 15 Jahre alt wurde.

ErzählCafé September 2008

Sybille Volkholz ist Lehrerin und ehemalige Senatorin für Schule, Berufsbildung und Sport.
Mit ihrem „Bürgernetzwerk Bildung“ föderte sie in den letzten drei Jahren maßgeblich: Engagierte Freiwillige gehen dabei ehrenamtlich als „LesepatInnen“ in Schulen.
Bundesweit wird hier von einem Erfolgsmodell gesprochen.

Am 20. September 2008 war Weltkindertag, der 8. Berliner Freiwilligentag und „Tag der offenen Tür“ im KREATIVHAUS.
Um 16:00 Uhr erwarteten wir als Gast des Tages und zum Start in die Herbst-Erzählzeit Frau Sybille Volkholz.

ErzählCafé Mai 2008

Baustelle Nikolaikirche

Die berühmte Berliner Nikolaikirche wird zur Zeit saniert und restauriert.
Der langjährige Werkstattleiter des Märkischen Museums und Leiter einiger Sonderausstellungsprojekte in der Nikolaikirche, Albrecht Henkys, berichtete am 17. Mai im ErzählCafé über seine Arbeit als Kurator der umfangreichen Bauarbeiten und über seine Neukonzeption der künftigen Dauerausstellung in der Nikolaikirche.

ErzählCafé April 2008

Geschichten über unerhörte Dinge

Roland Albrecht, der Künstler und Museumsdirektor führte uns am 19. April durch seine außergewöhnlichen Ausstellungswelten und weckte unser Interesse für die Geschichte der „Unerhörten Dinge“.

Haben Sie je einen Gedanken daran verschwendet, wie der in Prag und Tschechien geläufige Gruß „Ahoi“ in die Seefahrt geriet?
Warum Messwein weiß und nicht rot ist?
Warum das Edelweiß so hochgeschätzt wird und Kaiserin Maria Theresia Perlmuttknöpfe für ihre Soldaten haben wollte?
Große Fragen, ausgelöst durch kleine Dinge, denen Roland Albrecht ein ganzes Museum gewidmet hat:
Dem Stein, der Thomas Mann inspirierte, dem Schreibmaschinenteilchen, das Walter Benjamin plötzlich fehlte, den Spuren eines Gedankenblitzes.

ErzählCafé März 2008

Im Erzählcafé vom März 2008 hat Manfred Birkhahn uns erzählt, wie sich abhängig Beschäftigte wehren können, wozu Gewerkschaften auch heute noch notwendig sind und was er unter sozialer Gerechtigkeit versteht.
Auch seine Erfahrungen mit der Ost-West-Fusion auf gewerkschaftlicher Ebene, die er am Köllnischen Park koordinierte, kamen zur Sprache.
Ein Leben lang Gewerkschaftler von der Basis bis zur Spitze
Eine Aldi-Verkäuferin berichtet: „Da kommt zum Beispiel ein Testkäufer mit einem ganzen Karton Butter.
Da sind fünf Lagen Butter drin, und ganz unten wurde eine teurere irische Butter versteckt.“

ErzählCafé Februar 2008

Das Nikolaiviertel – Altberliner Kolorit und zeitgenössische Stadtbaukunst

Dr. Günter Stahn, der Architekt des Nikolai­viertels, schilderte am 16. Februar 2008 im ErzählCafé die acht Jahre vom Gewinn des Wettbewerbs bis zur Fertigstellung des Quartiers 1987.

Bis in die 80er Jahre hinein war der Siedlungskern und Gründungsort Berlins, das Gebiet zwischen Rotem Rathaus und Spree, zwischen Rathausstraße und Mühlendamm, nur eine den Kriegsfolgen geschuldete innerstädtische Brache.
Erst mit der Herausforderung der 750-Jahr-Feier, vermehrt um den traditionell, zwischen Ost und West einsetzenden Wettbewerbsgeist, nahmen sich die Stadtplaner dieses Terrains an.

ErzählCafé Januar 2008

Wilde Nachbarn

Derk Ehlert, Jagdreferent bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, berichtete über das Zusammenleben von Menschen und Wildtieren in Berlin.
Ein jagdliches Thema würde zwar in die Jahreszeit passen aber die Berufsbezeichnung „Jagdreferent“ ist ebenso korrekt wie missverständlich.
Der Ornithologe und Landschaftsplaner Derk Ehlert ist sicher eher ein Anwalt der Wildtiere in der Stadt.
Wenn er auf nächtlichen Rundgängen nach Fuchsbauten Ausschau hält, so geschieht es, um Zahl und Reviere der Tiere zu ermitteln und in einen Berlin-Plan einzutragen, der dann nicht über Straßen und Plätze sondern über das stadtweite Vorkommen von Meister Reineke Auskunft gibt.

ErzählCafé mit Nina Madlen Korn, Dezember 2007

Ein Leben wie aus einem Abenteuer-Roman

Zum 100. Geburtstag ihrer Mutter Ilse Korn erzählte Nina Madlen Korn am 15. Dezember 2007 im ErzählCafé von Büchern und anderen Leidenschaften der Ilse Korn.
 

Die Bücherverbrennung der Nazis, 1933, und die Bekanntschaft mit dem illegal in Deutschland lebenden ungarischen Kommunisten Vilmos Korn, der später ihr Mann wird, gehören zu den herausragenden und politisch prägenden Begebnissen im Leben der jungen Ilse Korn.

Nach dem Krieg wird die gelernte Bibliothekarin Referentin für das Bibliothekswesen in Sachsen und ist später im Volksbildungsministerium mitverantwortlich für den Aufbau der Kinderbibliotheken in der DDR. Aus ihrer Initiative, Kindern vor den noch leeren Regalen aus dem Gedächtnis Märchen aus aller Welt zu erzählen, entsteht eine wöchentlich stattfindende Erzählinstitution, die bis in die 70er Jahre hinein fortbesteht.

ErzählCafé mit Karl-Heinz Drescher, November 2007

„Pinselknecht bei Brecht“

Karl-Heinz Drescher besuchte am 24. November 2007 das ErzählCafé und berichtete über Leben und  Arbeiten am Berliner Ensemble, über Begegnung mit Regisseuren und Schauspielern und über die privaten Seiten von Helene Weigel-Brecht.

ErzählCafé mit Hans-Ulrich Brandt, Oktober 2007

Der Kessel“ und sein Musikchef

Hans-Ulrich Brandt, ehemaliger Trompeter, späterer Musikredakteur und Musikchef des Erfolgsformats „Ein Kessel Buntes“ und heutiger Autor, berichtete am 20. Oktober 2007 im ErzählCafé über sein Leben zwischen Jazz und Unterhaltungsmusik.

Der Kessel Buntes, den Hans-Ulrich Brandt, ab 1985 als Musikchef, zusammen mit

  • acht Redakteuren
  • drei Musikredakteuren
  • sechs Regisseuren
  • sechs Regieassistenten
  • neun Aufnahmeleitern
  • vier Szenenbildnern
  • vier Kostümbildnern
  • vier Maskenbildnern
  • drei Choreographen
  • sieben Lichtgestaltern
  • acht Toningenieuren
  • fünf Bühnenmeistern und
  • elf Autoren,

genoss das Patronat Walter Ulbrichts.

ErzählCafé mit Bengt von zur Mühlen, Januar 2006

Der Herr der Bilder

Bengt von zur Mühlen, der 1932 im estnischen Dorpat/Tartu geboren wurde und zwischenzeitlich nach Kanada und in die USA auswanderte, begann Anfang der 60er Jahre von Westberlin aus Zeitgeschichte filmisch zu dokumentieren.
Die gesammelten, erworbenen, eingetauschten und selbst aufgenommen Millionen Filmmeter, lassen kaum ein Thema deutscher Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert unbeleuchtet.

Bengt von zur Mühlen selbst, dem nachgesagt wird, dass ihm Geheimarchive im Osten wie im Westen offen standen, seine Frau Irmgard als mehrfach ausgezeichnete Regisseurin und ein kleiner Stab von MItarbeitern verwandelten das Filmmaterial in etwa 500 Dokumentarfilme.
Der Holocaust und die Konzentrationslager, der Widerstand, die Nürnberger Prozesse, Flucht und Vertreibung, die deutsche Teilung und immer wieder Berlin stehen im Mittelpunkt seines dokumentarischen Werkes.

Einen kurzen Videoausschnitt seines Auftritts finden Sie hier:

Bengt von zur Mühlen besuchte das ErzählCafé am 21. Januar 2006.

ErzählCafé mit Ursula Ziebarth, Dezember 2006

Vom Sammeln und Reisen - auch mit Gottfried Benn...

...berichtete Ursula Ziebarth den Gästen des ErzählCafés am 9. Dezember 2006.

Die Früchte ihrer Reise- und Sammeltätigkeit bedecken die Wände und Fußböden der Wohnung.
Sie füllen Regale und Schränke, den Flur, die Küche, das Wohnzimmer und mehrere Kellerräume.
Es sind Bilder und Bücher, vor allem aber Figuren und Skulpturen.

Öffnet man in der Wohnung von Frau Ziebarth eine Schranktür, stößt man nicht auf alltägliche Dinge oder die üblichen Reise-Souvenirs – ganze Länder mit ihrem Stil und ihrer Atmosphäre blicken einen entgegen.

Mit Gottfried Benn, den das Reisen und fremde Räume eher beunruhigten, war Ursula Ziebarth in seinen beiden letzten Lebensjahren eng befreundet.
Seine Briefe an sie, von ihr kommentiert, zeigen eine enge und widerspruchsvolle Beziehung.
Ursula Ziebarth berichtete aus ihrem Leben und vom großen Dichter.

Hier ein kurzer Videoclip Ihrer Besuchs im ErzählCafé:

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